Über uns

1978 war TIO e.V. einer der ersten Vereine in Berlin, der Frauen aus der Türkei mit mehrsprachiger Beratung an der Seite stand. 

Heute setzen wir uns für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben für Mädchen, Frauen und FLINTA* aller Nationen und ethnischen Gruppen ein.

Wir fördern und fordern die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen in Arbeitswelt und Gesellschaft.

Als Träger bieten wir Bildungs- und Qualifizierungsprojekte, Schulabschluss-Kurse und Sozialberatung, Psychosoziale Beratung sowie Fachberatung bei Zwangsheirat, Gewalt im Namen der Ehre und häuslicher Gewalt für Frauen mit Flucht- und Migrationsbiografie in allen Lebenslagen an.



Unser Leitbild

1. Identität und Auftrag

1978 war TIO e.V. einer der ersten Vereine in Berlin, der Frauen aus der Türkei mit mehrsprachiger Beratung an der Seite stand. Heute setzen wir uns für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben für Mädchen und Frauen aller Nationen und ethnischen Gruppen ein.
Dies tun wir durch solidarische Beratungs-, Bildungs- und Qualifizierungsangebote. Wir fördern und fordern die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen in der Arbeitswelt, Familie und Gesellschaft, gemäß unserem Motto: Mit TIO Türen öffnen!

 

2. Werte

Die gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen und Frauen ist für uns ein Menschenrechtsthema. Wir stehen für demokratische Werte ein und handeln nach den feministischen Grundsätzen von Empowerment, Gerechtigkeit und Solidarität. Wir arbeiten ressourcenorientiert, parteilich, diskriminierungssensibel und für das Gemeinwohl.

 

3. Zielgruppe und Partner

Wir arbeiten für und mit Mädchen und Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte ab 16 Jahren, die in Berlin leben und Frauen mit und ohne Migrationsgeschichte ab 18 Jahren, die von Gewalt betroffen sind. Mit „Frauen“, meinen wir alle, die sich als Frauen verstehen. Unsere Angebote sind auch offen für Personen (trans und nichtbinär), die geschlechtsspezifische Benachteiligung und Gewalt erfahren, weil sie als Frauen gelesen werden. Wir arbeiten mit öffentlichen Einrichtungen, politischen Institutionen, Netzwerken und internationalen Organisationen zusammen, um unsere Ziele zu erreichen. Unsere Projekte werden öffentlich gefördert und wir arbeiten gemeinnützig.

 

4. Organisationsziele

Wir unterstützen Mädchen und Frauen dabei, ein selbstbestimmtes, unabhängiges  und gewaltfreies Leben zu führen. Durch unser Angebot streben wir an, jede Frau individuell zu stärken, um gesellschaftliche, familiäre und persönliche Hürden und Barrieren zu  überwinden. Wir entwickeln regelmäßig neue Projekte und passen uns so dem wechselnden Weltgeschehen und den sich daraus ergebenden Herausforderungen in der Gesellschaft an. Die Bedarfe von Mädchen und Frauen mit Migrationsbiografien stehen bei uns an erster Stelle. 

 

5. Kompetenzen

Unser Team verfügt über eine hohe Fachlichkeit in den Bereichen Beratung und Erwachsenenbildung. Mit Mehrsprachigkeit, Niedrigschwelligkeit, Migrationskompetenz, Flexibilität, einem hohen Einsatz und 50 Jahren Engagement und Erfahrung bauen wir Brücken  und Türen für und mit Migrantinnen, in eine lebenswerte Zukunft.
Wir begleiten individuell, arbeiten lebensweltorientiert und reagieren schnell auf die sich verändernden Bedarfe unserer Zielgruppe. Stetig im Austausch mit der Berliner Politik, Senatsverwaltung und bezirklichen Strukturen. Als Mitbegründerin des Berliner Forums Migrantinnenprojekte und durch Kooperationen mit Verbänden wie dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und anderen Institutionen stärken wir unsere Handlungsfähigkeit.

 

6. Leistungen

Seit 1978 bieten wir Sozialberatung, unterstützen bei der existenziellen Sicherung. Wir bieten psychosoziale Beratung und unterstützen bei dem Aufbau einer gewaltfreien Lebensperspektive. Wir beraten Frauen, die von häuslicher oder sexueller Gewalt, Zwangsverheiratung oder Gewalt im Namen der Ehre betroffen sind und bieten Rechtsinformation durch Juristinnen an. Seit 1990 ermöglichen wir durch maßgeschneiderte Qualifizierungsangebote u.a. den Erwerb bzw. das Nachholen von Schulabschlüssen in kleinen Kursen. Seit 1993 beraten wir zur Berufsfindung und  der Berufswegeplanung und unterstützen bei Bewerbungsverfahren und der Suche nach passenden Qualifizierungen.
Seit 2016 begleiten wir beim Übergang von der Schule in den Beruf, unterstützen bei der Prüfungsvorbereitung, der Ausbildungsplatz- und Berufsfindung.
Zudem engagieren wir uns in der Öffentlichkeitsarbeit durch Stellungnahmen, Kampagnen, Schulungen und die Mitwirkung in Gremien.

 

7. Ressourcen

Unser Team besteht aus Sozialarbeiterinnen, Dozentinnen, Fachberaterinnen für Beruf und Bildung, Anti-Gewalt-Beraterinnen, Projektleitungen, Projektentwicklung und Verwaltungskräften, unterstützt von einem engagierten Vorstand. Mehrheitlich sind Frauen mit Migrationsgeschichte bei TIO aktiv (aber nicht nur) und im Vorstand. Auch ehemalige Teilnehmerinnen sind Vereinsmitglieder und Teil des Vorstands. Seit 38 Jahren sind wir in Berlin-Neukölln und seit 48 Jahren in Kreuzberg präsent und bekannt und können auf einen langjährigen Erfahrungsschatz zurückblicken und zugreifen. Derzeit bauen wir einen dritten Standort auf. Unsere Arbeit wird durch langjährige Partnerschaften mit der öffentlichen Verwaltung, Förderern und Spender:innen finanziert. Wir sind regional gut vernetzt, kooperieren mit zivilgesellschaftlichen Einrichtungen und engagieren uns in der bezirklichen Verwaltung und Politik und im öffentlichen Diskurs. Als etablierte Organisation wurden wir 2014 mit dem Harun Sürücü Preis ausgezeichnet (3.Platz).

 

8. Gelungenes Lernen

Gelungenes Lernen bedeutet, dass unsere Ratsuchenden und Teilnehmerinnen in ihren Lernprozessen zunehmend an Orientierung und Sicherheit gewinnen.Ein zentraler Schritt ist das Erreichen ihrer Bildungsziele, so z.B. das Bestehen von Prüfungen, das Halten von Referaten, die sicherere Anwendung der deutschen Sprache und der Erwerb von Schulabschlüssen. Gelungenes Lernen ist auch eine Gruppenerfahrung: es wird miteinander und voneinander gelernt.
Gleichzeitig stärken sie ihre Alltagskompetenzen, werden eigenverantwortlicher und zuversichtlicher und bauen ihr Selbstvertrauen aus. Sie erleben sich als selbstwirksam und erleben, dass sie ihre Ziele durch Unterstützung aber auch durch eigenes Handeln erreichen können. Dies motiviert sie, ihre nächsten Schritte zu planen und eine Berufsperspektive zu entwickeln und umzusetzen. Am Ende des Prozesses gestalten sie ihr Leben in Deutschland aktiv und selbstbestimmt.